Foto: Eine Mitarbeiterin des DRK-Blutspendedienstes blickt warmherzig in die Kamera. Ihre Kollegin im Hintergrund trägt Einmalhandschuhe und hält ein Blutentnahmeröhrchen hoch.
Foto: A. Zelck / DRK e.V.

Blutspende

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Wie werde ich Blutspender? Wie läuft eine Blutspende ab? Was passiert danach mit meinem Blut? Diese und eine Menge weiterer Fragen werden Sie sich stellen, wenn Sie mit dem Thema Blutspende konfrontiert werden. Der anschaulichste Weg, sich über Blutspenden zu informieren ist, bei einem Termin in Ihrer Nähe vorbeizuschauen und sich von den HelferInnen des Ortsvereines und des Blutspendeteams vor Ort informieren zu lassen. Um Sie vorab über die wesentlichsten Aspekte des Blutspendens zu informieren, haben wir die folgenden Seiten für Sie zusammengestellt..

1. Der Kontakt

Fast 300.000 Menschen haben im vergangenen Jahr den Weg zu einem Blutspendetermin gefunden. Einige ließen nur ihre Blutgruppe bestimmen, rund 30.000 Menschen wurde aus unterschiedlichen Gründen die Erlaubnis zur Blutspende nicht erteilt. Viele dieser 300.000 Spendenwilligen wurden durch Fernsehspots, Plakate und Wurfzettel zur Spende animiert, die meisten aber folgten dem guten Beispiel von Freunden und Bekannten oder wurden durch eine miterlebte Notsituation darauf aufmerksam gemacht, daß ihr Blut leben retten kann.

Nachteile hat das Blutspenden für Sie nicht! Eine gesundheitliche Gefährdung wird durch die ausschließliche Verwendung von Einwegmaterialien bei der Entnahme und durch sorgfältige Untersuchungen ausgeschlossen; das gespendete Blut (ca. 500ml) ersetzt Ihr Körper innerhalb weniger Tage. Lediglich eine Stunde Ihrer Zeit müssen Sie für den Gang zum Blutspendetermin aufwenden - 60 Minuten also, mit denen Sie ein Leben retten können!

Deshalb: Schließen Sie sich der Spendergemeinschaft an! Termine in Ihrer Nähe erfahren Sie hier.

2. Die Anmeldung

Das allerwichtigste zuerst: Ohne Ihren Personalausweis ist keine Blutspende möglich! Mitarbeiter des DRK nehmen bei einer Erstspende Ihre Personalien auf, haben Sie bereits gespendet, werden Ihre Daten auf Ihre Richtigkeit überprüft (Hat sich die Adresse oder der Name geändert? etc.). Anschließend wird ein Aufkleberset ausgedruckt, das einmal Ihren Namen und Anschrift enthält, die übrigen Aufkleber enthalten Barcodes für den Entnahmebeutel, die Probenröhrchen etc. Der Mitarbeiter händigt Ihnen einen Fragebogen, einen Selbstausschlußbogen sowie einen Laufzettel aus und erklärt Ihnen, wie's weitergeht.

3. Die Fragebögen

Im ersten Fragebogen machen Sie nun Angaben zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte. Dies geschieht, um Sie und den möglichen Empfänger Ihrer Spende vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu schützen. Welche Gründe es im einzelnen gibt, die eine Spende kurzfristig oder prinzipiell ausschließen, erfahren Sie hier.

Der Selbstausschlußbogen gibt Ihnen darüberhinaus die Möglichkeit, beim geringsten Verdacht, daß Ihre Spende evtentuell ungeeignet sein könnte, die Verwendung der Spende zu verhindern, ohne daß z.B. Ihre Bekannten, die Sie beim Termin angetroffen haben, dies mitbekommen. Ihnen wird dann zwar Blut abgenommen, es wird jedoch nicht weiterverwertet.

4. Die Untersuchung

Ein Arzt des Blutspendeteams beantwortet evtl. beim Ausfüllen des Fragebogens aufgetretene Fragen, mißt Blutdruck und Puls und beurteilt Ihr Allgemeinbefinden.

Beurteilt der Arzt Ihre Spendeneignung positiv, geht's zum nächsten Abschnitt, der Untersuchung Ihres Blutes.

5. Die Blutuntersuchung

Die letzte Hürde vor der eigentlichen Spende: Ein Mitarbeiter des Blutspendedienstes mißt Ihren Blutfarbstoffgehalt und Ihre Körpertemperatur. Liegen beide Werte im unbedenklichen Bereich, steht einer Blutspende nichts mehr im Wege.

6. Die Entnahme

Jetzt wird's bequem: Während Sie es sich auf dem Entnahme- bett gemütlich machen, gibt's einen kleinen Pieks von einer Krankenschwester. Ungefähr 500ml Blut werden entnommen. Der Entnahmebeutel wird steril verschlossen und mit einem Barcode-Aufkleber versehen, ebenso die Probenröhrchen, die mit dem Rest aus dem Entnahmeschlauch befüllt werden. Die ganze Spende dauert knapp 10 Minuten. Ein Pflaster oder ein kleiner Verband verschließen den Einstich - fertig!

7. Das Taxi

Bevor der Imbiß Sie erwartet, ist eine kleine Ruhepause nötig. Diese wird, je nach Örtlichkeit, in einem separaten Ruheraum oder zumindest auf Ruhebetten wahrgenommen, um die Entnahmebetten freizumachen für den nächsten Spender. In jedem Fall lassen wir Sie auf dem Weg zum Ruhebett nicht allein: ein Helfer des Roten Kreuzes, im allgemeinen "Taxi" genannt, begleitet Sie zum Ruhebett und erläutert Ihnen, wie lange Sie dort verweilen sollen.

Erstspender absolvieren ihre Ruhephase übrigens im Entnahmebett.

8. Die Ruhepause

Den rund zehn Minuten für die Spende folgen nun zehn Minuten Ruhe, die je zur Hälfte liegend und dann sitzend verbracht werden. Dabei soll der Arm, an dem die Spende erfolgte, möglichst hoch gehalten werden. Im Ruhebereich werden Sie von Helfern des DRK oder JRK betreut, die Ihnen mitteilen, wann die jeweilige Phase abgeschlossen ist.

Je nachdem, wie Sie sich fühlen und wie weit der Imbißraum vom Ruheraum entfernt ist, dürfen Sie für den Weg zum Imbiß wieder auf die Dienste unserer "Taxis" zurückgreifen.

8. Der Laufzettel

Dem kleinen blauen Zettel, auf dem der gesamte bisherige Verlauf Ihrer Spende dokumentiert ist, kommt nun eine besondere Bedeutung zu: Ein Mitarbeiter im Imbißraum nimmt diesen Zettel entgegen und überprüft, ob Ihre Spende eine besondere Ehrung verdient (Mehrfachspender werden in bestimmten Abständen durch die Verleihung von Ehren- nadeln besonders geehrt). Meist findet der Name der so Geehrten den Weg in die örtliche Presse, dazu gibt's ein Präsent der Ortsvereinigung als Dankeschön.

10. Der Imbiss

Den Abschluß der Spende bildet eine kleine Mahlzeit, je nach Ortsvereinigung und Jahreszeit erwarten Sie belegte Brötchen, heiße Würstchen oder eine Suppe. Dazu gibt's in der Regel eine Tafel Schokolade zum Mitnehmen. Wenn Sie zu den Mehrfachspendern gehören, die eine bestimmte Spendenzahl erreicht haben, bedankt sich die Ortsvereinigung nun mit einer Urkunde, einer Ehrennadel und einem kleinen Präsent.

Insgesamt haben Sie nun rund eine Stunde Zeit geopfert - eine gute Tat, durch die vielleicht schon bald das Leben eines Menschen gerettet werden kann.

11. Der Eilkurier

Noch während der Blutspendetermin läuft, werden die ersten Entnahmebeutel durch Mitarbeiter des Blutspendedienstes abgeholt und nach Frankfurt gebracht. Je nach dem, wie knapp die Versorgung in Hessen mit Spenderblut ist (in unfallträchtigen Zeiten - Urlaubszeit etc. - wird das Blut oft sehr knapp), geschieht dies mehrmals im Laufe eines Spendetermines.

12. Das Labor

Im Institut des Blutspendedienstes in Hessen wird das Blut noch in der gleichen Nacht untersucht: Jeder der Bereiche Virologie (Antikörpersuche), Blutgruppenbestimmung und PCR (Virusbestimmung) kann bei Auffälligkeiten eine sofortige Aussonderung der Blutspende veranlassen. Erst nachdem alle drei Bereiche "grünes Licht" gegeben haben, wird die Blutspende zur Präparateherstellung freigegeben. Ein zusätzlicher Vorteil der Untersuchungen im Institut: Werden ungewöhnliche Werte oder Erkrankungen festgestellt, benachrichtigt Sie der Blutspendedienst umgehend. Jede Blutspende ist also immer auch ein kostenloser Gesundheitstest!

13. Die Weiterverarbeitung

Die für unbedenklich erklärte Spende wird, je nachdem, welche Präparate die Krankenhäuser benötigen, in die Bestandteile Rote Blutzellen, Blutplättchen und Blutplasma zerlegt. Nur in Ausnahmefällen erhält ein Patient eine Vollblut-Spende, meist werden nur die Blutbestandteile verabreicht, die aufgrund der Erkrankung notwendig sind. So kann eine einzige Spende oft mehreren Menschen helfen.

14. Die Lagerung

Die verschiedenen Präparate benötigen zum Erhalt ihrer Funktion unterschiedlichste Bedingungen: Blutplasma wird bei -25°C eingefroren und kann so am längsten aufbewahrt werden. Die Lagerung erfolgt unter Quarantänebedingungen.

Blutzellen benötigen eine Lagertemperatur von 4°C, Blutplättchen sogar 20°C.

Die Auslieferung von Blutpräparaten geschieht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

15. Die Auslieferung

Mit Kühlfahrzeugen oder PKW's werden die angeforderten Präparate auf dem schnellsten Weg ins Zielkrankenhaus gebracht.

Durch die Barcodes auf den Präparaten kann übrigens bei jeder Spende der Weg vom Entnahmebett über das Labor bis ins Zielkrankenhaus zum Spender zweifelsfrei festgestellt werden.

16. Der Patient

Wenige Stunden bzw. Tage nach Ihrer Spende ist es dann soweit: Aus Ihrem Blut gewonnene Präparate gelangen zum Patienten und helfen diesem dabei, einen Unfall oder eine schwere Erkrankung zu überstehen. Dabei wird das Blut unmittelbar vor der Weitergabe an den Patienten einer letzten Kontrolle unterzogen: Die sog. "Kreuzprobe" im OP oder am Krankenbett gibt noch einmal Aufschluß über die Blutgruppe, um Verwechslungen hundertprozentig auszuschließen. Für die Sicherheit des Empfängers ist damit alles getan - dank Ihrer Spende!

17. Offene Fragen

Wir danken Ihnen, daß Sie unserem Artikel bis hierhin gefolgt sind und hoffen, daß die Informationen Sie zum Mitmachen anregen konnten. Wie wichtig Ihre Spende für das Lebens eines Unfallopfers oder Erkrankten sein kann, kann gar nicht oft genug betont werden. Zum Schluß noch die Antworten auf ein paar Fragen, die wir auf dieser Seite bisher nicht oder nur teilweise beantwortet haben:

Sie haben noch immer Fragen? Dann hilft Ihnen der Blutspendedienst Hessen des DRK gerne weiter. Lesen Sie die Spenderinformationen auf der Webseite des Blutspendedienstes, senden Sie eine email an über das Kontaktformular des Blutspendediestes, oder rufen Sie die Hotline an unter 0800 11 949 11.

Quellennachweis: Die Bilder zu den Punkten 1-3 und 5-11 wurden bei Treburer Blutspendeterminen fotografiert, die übrigen Fotos stammen aus dem Bildarchiv des Blutspendedienstes Hessen und werden mit dessen freundlicher Genehmigung verwendet.

Uwe Krumb

Anprechpartner

Herr
Uwe Krumb

Tel.: 06147 50177-31
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Abbild: Logo des DRK Blutspendedienstes