Nachbarn über dem Rhein 2006

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Nachdem im letzten Jahr der Fokus auf Wasserrettung und Rettung aus schwierigem Gelände gerichtet wurde, waren Höhenrettung und Rettung von Verletzten aus Brandsituationen die Themen der alljährlichen Nachtübung der Feuerwehr Nackenheim.

TREBUR/NACKENHEIM (sw/jl/dp) Auch in diesem Jahr erhielten wir von der FFW Nackenheim eine Einladung, als Rettungsdienstkomponente an ihrer Nachtübung am 29.und 30.09. teilzunehmen. Und da wir im vergangenen Jahr eine sehr interessante Übungsnacht verbringen durften, nahmen wir auch 2006 gerne teil. 

Die Übung, die in zwei Abschnitte gegliedert ist, wird von der FFW Nackenheim organisiert und dort in der Ortslage durchgeführt. 

Am Freitag, dem 29.09. trafen wir uns in der OV und machten uns mit 2 RTW und einem GW auf den Weg zum Bereitstellungsraum in der Nähe von Bodenheim. Dort hatte sich auch schon die Höhenrettungsgruppe Ingelheim eingefunden. Gemeinsam mit ihnen fuhren wir nach Alarmierung gegen 21.00 Uhr zum ehemaligen Betriebsgelände der Firma Kümmerling. 

Dort fanden wir folgendes Übungsszenario vor:

Bei einem nahe liegenden Treffen von Ballonfahrern hat sich ein Heissluftballon gelöst und trieb steuerunfähig in Richtung Firmengelände "Zum alten Kümmerling". Dort stiess er gegen einen hohen Schornstein, wobei einer der Mitfahrer auf den „Laufrand“ des Schornstein abstürzte. Ein weiterer Mitfahrer fiel auf das Dach eines Gebäudes, eine dritte Person auf den Boden und eine vierte Person wurde durch den absinkenden Ballon auf einen Balkon im 6.Stock des anliegenden Bürogebäudes geschleudert. Eine weitere Person, die den Ballon vom Treffpunkt der Ballonfahrer verfolgt hatte, zog sich bei der Suche nach den vermissten Personen ebenfalls Verletzungen zu. 

Da die Höhenrettung von Betroffenen, die in drei der Fälle notwendig war, aufgrund von intensiven Sicherungsmassnahmen sehr zeitaufwendig ist, hatten der Notarzt und die Helfer genug Zeit, sich um die Verletzten am Boden zu kümmern und auch dann die nacheinander aus der Höhe geretteten Verletzten zu versorgen (u.a. gabs Symptome von Hypothermie; unterschiedlichste Frakturen; Schürfwunden; Somnolenz). 

Der erste Teil der Übung endete nach erfolgreicher Versorgung der Verletzten und einem anschliessenden Abendessen sowie einer Feedbackrunde in der Unterkunft der Feuerwehr Nackenheim, sodass wir gegen 01.00 Uhr unsere Autos zurück in die OV fahren konnten. 

Für den zweiten Teil trafen wir uns am nächsten Morgen um 05.30 Uhr und fuhren mit einem RTW und einem GW in den Bereitstellungsraum, von dem aus wir um 06.00 Uhr von der Feuerwehr alarmiert wurden. 

Am Einsatzort, dem Betriebsgelände einer Kapselfabrik, eingetroffen, bot sich uns folgendes Szenario:

Bei Restarbeiten einer externen Dachdeckerfirma kam es auf dem Dach zu einem Brand, bei dem zwei Dachdecker verletzt wurden. Da die Arbeiten auf dem Dach nicht angemeldet waren, kam es zu Falschinformationen (keine Personen im Gebäude) der noch anwesenden MA der Firma. Dadurch gestaltete sich die Suche nach Betroffenen für die FFW sehr schwierig. Gleichzeitig kam es im Keller eines Nebengebäudes zu einem Einsturz, wobei ein MA unter einem umfallenden Regal eingequetscht wurde.

Die Erstversorgung der geretteten Verletzten wurde vom mitalarmierten Feuerwehrarzt und den Kräften des DRK vorgenommen. Anschliessend wurde der Abtransport der Brandopfer in Spezialkliniken für Verbrennung organisiert und der Verletzte aus dem Keller wurde aufgrund der Schwere der Verletzungen mit dem Hubschrauber abtransportiert. 

Auch der zweite Teil der Übung wurde mit einer Feedbackrunde und einem Frühstück bei der Feuerwehr beendet. 

Im Gegensatz zum Übungsteil am Freitag bei dem wir mit 7 Helfern, unserem Notarzt und dem Feuerwehrarzt im Einsatz waren, gestaltete sich die Versorgung am Samstag mit 4 Helfern und dem Feuerwehrarzt als schwierig, sodass im Bedarfsfall weitere Hilfskräfte alarmiert werden müssten. Alles in allem war es eine sehr interessante Übung, zum einen die Arbeit der Höhenrettung zu beobachten und zum anderen die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Kräften des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. 

Nach der Rückkehr  in die OV gegen 10.00 Uhr (nach rund 10 "Übungsstunden") wurden die Autos wieder einsatzbereit gemacht und dann ging jeder, der  konnte, erst einmal für ein paar Stunden schlafen. Bis dann der nächste Einsatz anstand. Aber das ist eine andere Geschichte. Winken

 

Ein riesen Dankeschön nochmals auf diesem Weg an die FFW Nackenheim für die Einladung und vor allem auch für die leckere Verpflegung. Hoffentlich bis zum nächsten Jahr!!!