Hilfsfristgarantie trotz Schneechaos

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Wegen des Schneechaos im Kreis Groß-Gerau richtete das DRK Trebur für mehrere Stunden einen Hintergrund-Rettungsdienst in Trebur ein, um den überlasteten Rettungsdienst zu unterstützen und die Gewährleistungsfristen in der Gemeinde einhalten zu können. Beide Rettungswagen absolvierten je zwei Einsätze inkl. Transport ins Krankenhaus.

DRK Trebur besetzt beide Rettungswagen

TREBUR (ml). Daß der Frühling sich noch einmal so richtig als "Winter" verkleidet, hat viele überrascht. Selbst die Wettervorhersage hatte einen Übergang des Schnees gegen Mittag in Regen prophezeit. Ein Trugschluß, wie sich jeder im Kreis Groß-Gerau den ganzen Tag überzeugen konnte.

Für den Rettungsdienst ist solches Wetter stets doppelt belastend: Zum einen steigt die Unfallhäufigkeit bei derartigen Wetterlagen, zum anderen kommen die Einsatzfahrzeuge langsamer voran. Das bedeutet: Höhere Auslastung bei gleichzeitig verlängerten Eintreffzeiten. So kann die Hilfsfrist, innerhalb derer ein Rettungsmittel beim Notfallort sein muß, schon in Gefahr geraten. Aus diesem Grund besetzte die Ortsvereinigung Trebur während des Schneechaos in Absprache mit der Zentralen Rettungsleitstelle kurzerhand beide Rettungswagen. Eine sinnvolle Entscheidung, wie sich herausstellte, denn im Stundentakt hagelte es Einsatzaufträge.

Den Anfang machte der Rettungswagen 99/83, der um kurz vor 19:00 Uhr einen Rücktransport von der Dialyse im Krankenhaus Rüsselsheim nach Hause übernahm. Der Patient hatte bereits über eine Stunde auf die Rückfahrt warten müssen, da alle Fahrzeuge des regulären Rettungsdienstes anderweitig eingesetzt waren.

Kurz vor 20:00 Uhr gab es dann eine telefonische Alarmierung für den Rettungswagen 99/84, der zu einem vermuteten Schlaganfall gerufen wurde. Nach Kontrolle der Vitalwerte, Sauerstoffgabe usw. traf der Notarzt aus Rüsselsheim ein, der einen Transport der Patientin durch den RTW 99/84 in die Stroke-Unit nach Darmstadt-Eberstadt, einer speziellen Einrichtung zur Behandlung von Schlaganfallpatienten, anordnete.

Eine Blutung im Magen-Darm-Bereich wurde gegen 21:00 Uhr vom Ärztlichen Notdienst Rüsselsheim gemeldet, der RTW 99/83 transportierte vom Seniorenhaus Trebur ins Krankenhaus Rüsselsheim.

Zwischenzeitig war der RTW 99/84 gegen 22:00 Uhr auf der Rückfahrt von Darmstadt-Eberstadt. Im Funk war zu hören, daß es einen Verkehrsunfall am Darmstädter Kreuz gegeben habe, das Rettungsfahrzeug aus Darmstadt hatte die angegebene Stelle aber abgefahren und niemanden gefunden. Die Besatzung des 99/84 kam jedoch genau an der Unfallstelle vorbei. Ein Fahrzeug war wetterbedingt ins Rutschen geraten und mit der Leitplanke kollidiert. Der Beifahrer hatte sich den rechten Oberarm gebrochen. Zur Aufregung der Fahrerin trug sicherlich auch der Umstand bei, daß der Mann sich am Tage zuvor beim Skifahren bereits den linken Oberarm gebrochen hatte ... Der RTW 99/84 transportierte beide ins Krankenhaus nach Groß-Gerau.

Wie man unten sehen kann, blieb zwischen den Einsätzen noch genug Zeit, um die angenehmen Seiten des Wetters auszunutzen ...