Wer eine Stunde länger schlief ...

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Vierzehn Übungs-Einsätze waren es bei dieser 24h-Übung, fast die Hälfte davon nachts ...


25-Stunden-Tag für das DRK Trebur

TREBUR(ml). Wer eine Stunde länger schlief, gehörte nicht zur OV Trebur, soviel ist klar. Denn während überall in der Zeitumstellungs-Zone eine Stunde länger geschlafen wurde, wurde in Trebur eine Stunde länger geübt. Ausgerechnet das Wochenende mit der Umstellung auf Winterzeit hatten wir uns ausgesucht, um unsere 24-Stunden-Übung zu veranstalten. So gesehen war es eine 25-Stunden-Übung, und die hatte es - wie schon die erste - ganz schön in sich. Die Palette der Übungsszenarien reichte von hilflosen Personen bis hin zur Bombenexplosion in einem Hotel (wobei man fairerweise erwähnen muß, daß die Hotelgeschichte nicht eigens für uns inszeniert wurde, sondern man hatte nur die Gelegenheit genutzt, die beiden Übungsvorhaben miteinander zu verbinden).

Zwischendurch gab es immer wieder Aufgaben, die dazu gedacht waren, einzelne Fahrzeuge zu binden, damit größere Aufgaben nicht mit der vollen Anzahl an Fahrzeugen und Helfern angegangen werden konnten. Diese "Streß-Tests" gab es beim letzten Mal nicht in dieser Form, aber offenkundig hat sich die OV Trebur hierbei tapfer geschlagen. Zumindest fand Steffie Lehmann, die Leiterin des Bereiches Notfalldarstellung beim Kreisverband, in einem Zeitungsinterview nur lobende Worte für uns ...

An dieser Stelle wollen wir deshalb nicht nur die "Highlights" der Übung in Wort und Bild wiedergeben, sondern uns auch für das unglaubliche Engamenent der Notfalldarsteller bedanken. Der Satz "Ohne Euch wäre diese Übung nicht möglich gewesen" fällt mittlerweile bei nahezu jeder Übungsveranstaltung des DRK zu recht, aber was die Mimen und ihre Mimtruppleiter bei einer solchen Übung zu leisten haben, muß man sich erst einmal bewußt machen: 15 Übungsszenarien in 24 Stunden, das bedeutet nicht nur viel, viel Arbeit in der Vorbereitung, das geht auch an die Substanz, wenn man nachts um drei auf einer feuchten Wiese am Rheinufer liegt und auf die Einsatzkräfte wartet. Einige der Darsteller waren morgens um 09:00 Uhr bei der ersten Übung dabei und am nächsten Morgen bei der letzten immer noch, andere gingen von ihrem letzten Übungseinsatz direkt auf die Arbeit. Wir haben einen Riesen-Respekt vor dieser Leistung, vor allem, weil auch beim letzten Einsatz noch alle mit Spaß bei der Sache waren!

Lesen Sie hierzu auch den Artikel des Darmstädter Echo, den wir von www.echo-online.de übernommen haben ...

Die nachfolgenden Bilder sollen einen Eindruck über den Gesamtablauf der Übung vermitteln - Für Details zu einzelnen Übungsaufgaben bitte ins Register "Übersicht" wechseln.

 


Alle 14 Einsätze ...

... der 24-Stunden-Übung sind hier aufgelistet. Da wir dank der Zeitumstellung die Stunde zwischen zwei und drei zweimal erleben durften, war es genaugenommen ein 25-Stunden-Übung :-) Sofern es zu einem Einsatz einen eigenen Bericht gibt, führt ein Klick auf die Nummer des Einsatzes zur entsprechenden Seite.

 

Nr. Datum Uhrzeit Übungsaufgabe Fahrzeuge Verletzte
1 26.10.2002 09:15 Uhr Hilflose Person
Groß-Gerau, Marktplatz
99/83
1
2 26.10.2002 09:20 Uhr Verkehrsunfall m. Gefahrgut-Transporter
Astheim, Hans-Böckler-Straße
99/10
99/11
99/19
99/54
99/84
4
3 26.10.2002   Verdacht auf Herzinfarkt
Trebur, An den Tennisplätzen
99/84 1
4 26.10.2002 12:28 Uhr Spülmittel-Intoxikation
Wallerstädten, Feldstraße
99/83 1
5 26.10.2002 12:56 Uhr Leitersturz/Beinfraktur
Trebur, Schrebergärten
99/83  
6 26.10.2002   Bombenexplosion
Raunheim, Mercury-Hotel "Wings"
99/10
99/11
99/19
99/54
99/83
99/84
25
7 26.10.2002 19:20 Uhr Brand in Firmengebäude
Trebur, Pappelstraße, Firma Falter
99/10
99/11
99/19
99/54
99/83
99/84
5
8 26.10.2002   Drohende Geburt
Trebur
99/83 1
9 27.10.2002   Suchaktion
Hessenaue, Rheinufer
99/10
99/11
99/19
99/54
99/83
99/84
5
10 27.10.2002   Brandmeldereinlauf (wurde gestrichen) - -
11 27.10.2002   Fahrt zum Blutspendedienst nach Frankfurt 99/83 -
12 27.10.2002   Verkehrsunfall
Kornsand, Natostraße
99/10
99/11
99/19
99/54
99/84
 
13 27.10.2002   Fahrt zum Kreiskrankenhaus Heppenheim 99/84 -
14 27.10.2002   Asthma-Anfall
Nauheim, Aldi-Parkplatz
99/83  
15 27.10.2002   Unwetter überrascht Zeltergruppe
Groß-Gerau, Wildpark
99/10
99/11
99/19
99/54
 

 


Unfall-PKW beförderte Gefahrgut

ASTHEIM(ml). Daß der Mimtrupp sich dieses Mal einiges mehr hatte einfallen lassen, um die Lage für das DRK Trebur zu verschärfen, war allen sofort klar, als fünf Minuten nach dem ersten Alarm, der den RTW 99/83 nach Groß-Gerau geführt hatte, bereits der zweite Alarm erfolgte. Dieses Mal rückte der Rest der OV Trebur mit allem, was noch da war, zu einem Verkehrsunfall aus. Da der RTW 99/83 in Bischofsheim und der KdoW 99/10 noch nicht einsatzfähig war, beschränkte sich der Zug auf den ELW 99/11, den MTW 99/19, den Gerätewagen 99/54 und den zweiten RTW 99/84. Zwei PKW waren frontal aufeinandergeprallt, die Insassen, insgesamt vier, zum Glück nicht allzu schwer verletzt. Erschwert wurde die Lage jedoch durch den Umstand, daß sich in einem der Unfallfahrzeuge Gefahrgut befand. Die Klassifikation wies auf "ekelerregende Krankenhausabfälle" hin, die wohl in der Lage waren, Übelkeit zu erzeugen, jedoch keine wirklichen gesundheitlichen Schäden hervorrufen sollten. Da die Behälter im abgetrennten Laderaum des Fahrzeuges lagerten und unbeschädigt waren, konnte die Rettung der Fahrzeuginsassen ohne größere Schwierigkeiten erfolgen. Um den Laderaum des Fahrzeuges machten die Helfer allerdings einen großen Bogen - im Ernstfall wäre hier die Alarmierung der Feuerwehr sicherlich angebracht gewesen, da es sich um eine Übung handelte, wurde allerdings darauf verzichtet. Schnell waren die drei Leichtverletzten versorgt und in den MTW zur Betreuung gebracht. Die Fahrerin des Gefahrgut-PKW hatte eine Unterschenkel-Fraktur und war dement- sprechend schwer aus dem Fahrzeug zu bekommen, eine Vakuumschiene konnte ihr erst im RTW angelegt werden. Zeitgleich trafen die Helfer von beiden Übungsaufgaben wieder in der Unterkunft ein, zufrieden mit der Auftakt-Leistung.


 


Jahresabschlußübung der FFW Raunheim

RAUNHEIM(ml). Ein glücklicher Zufall wollte es, daß am selben Wochenende, an dem die Treburer Aktiven ihre 24-Stunden-Übung abhielten, die Raunheimer Feuerwehr ihre Jahresabschlußübung geplant hatte. Flugs setzte der Mimtrupp die Übung in Trebur auf die Liste, und der gesamte Zug rückte aus nach Raunheim. Im dortigen Wings-Hotel sollte - so die Übungsannahme, eine Bombe explodiert sein. Das große Loch in der Mauer mußten sich Mimen und Einsatzkräfte vorstellen, mit "Rauch" hatte die Feuerwehr allerdings nicht gespart. Feuerwehren aus Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach sowie das DRK Raunheim, Rüsselsheim und die SEG Verstärkung aus Trebur arbeiteten konzentriert zusammen, um die 10 Schwer- und ca. 15 Leichtverletzten aus der Gefahrenzone zu bringen und adäquat zu versorgen.

Ein guter Einstand für Dr. Knut Marder, der neben Rudolf Hettmer zukünftig als Bereit- schaftsarzt in Trebur fungiert und der die 24-Stunden-Übung nutzen wollte, um sich den Aktiven vorzustellen und ihre Einsatzfähigkeit kennenzulernen. Innerhalb kürzester Zeit fand er sich im aufblasbaren Zelt der SEG Verstärkung wieder und hatte alle Hände voll zu tun, die Verletzten zu versorgen, die ihm Kollege Andre Koletzko, der Raunheimer Bereit- schaftsarzt, von der Schnittstelle her schickte.

Das Errichten und Betreiben einer Verletztenablage hatten die Treburer in diesem Jahr wieder und wieder geübt, so daß die Übungsaufgabe mit viel Arbeit, aber ohne Streß bewältigt werden konnte.

Das anschließende Essen im Hotel nahmen alle dankbar an, und nach ein paar lobenden Worten der Übungsleitung - und einer kurzen Diskussion über den "Einsatz" eines übereifrigen Hotelangestellten, der es für einen Spaß hielt, sich während einer Übung als "Realfall" versorgen zu lassen, um einmal zu sehen, wie die Helfer damit umgehen - ging's dann wieder zurück nach Trebur.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel des Darmstädter Echo, den wir von www.echo-online.de übernommen haben ...


 

 


Firma Falter in der Treburer Pappelstraße stand "in Flammen"

TREBUR(ml). Vielen erschien die Pause nach dem Raunheimer Einsatz sehr lang. Was keiner wissen konnte: Auch die nächste Übung war keine alleinige Treburer DRK-Veranstaltung, sondern eine mit Gemeindebrandinspektor Oliver Stockum abgesprochene Alarmübung für die Feuerwehr Trebur. Die Firma Falter in der Pappelstraße, so die Übungsannahme, war in Flammen aufgegangen, einige Mitarbeiter noch in der Halle eingeschlossen. Die Feuerwehr befreite die Verletzten und übergab sie außerhalb der direkten Gefahrenzone an das DRK, wo sie weiterversorgt wurden. Insgesamt fünf Verletzte wurde hier durch das Treburer DRK betreut, die Palette reichte von einem leichten Schock bis zum Schädel- hirntrauma. Am meisten Spaß an diesem Einsatz hatte sicherlich der kleine Kevin Lauer, der mit seiner Mama in der Wohnung am Fenster stehen und dem Schauspiel vor seiner Haustür zusehen durfte, während Papa Stefan und Onkel Martin sich unten auf der Straße abmühten ...TREBUR(ml). Vielen erschien die Pause nach dem Raunheimer Einsatz sehr lang. Was keiner wissen konnte: Auch die nächste Übung war keine alleinige Treburer DRK-Veranstaltung, sondern eine mit Gemeindebrandinspektor Oliver Stockum abgesprochene Alarmübung für die Feuerwehr Trebur. Die Firma Falter in der Pappelstraße, so die Übungsannahme, war in Flammen aufgegangen, einige Mitarbeiter noch in der Halle eingeschlossen. Die Feuerwehr befreite die Verletzten und übergab sie außerhalb der direkten Gefahrenzone an das DRK, wo sie weiterversorgt wurden. Insgesamt fünf Verletzte wurde hier durch das Treburer DRK betreut, die Palette reichte von einem leichten Schock bis zum Schädel- hirntrauma. Am meisten Spaß an diesem Einsatz hatte sicherlich der kleine Kevin Lauer, der mit seiner Mama in der Wohnung am Fenster stehen und dem Schauspiel vor seiner Haustür zusehen durfte, während Papa Stefan und Onkel Martin sich unten auf der Straße abmühten ...



Stefanie Landau "plötzlich schwanger" :-)

TREBUR(ml). Stefanie Landau ist den Trebur Aktiven - genau wie einige andere der NotfalldarstellerInnen - noch von der letzten 24-Stunden-Übung in guter Erinnerung. Dieses Mal hatte sie eine besondere "Überraschung" für die RTW-Besatzung: Eine unmittelbar bevorstehende Geburt. Das Kind - ein Kissen im blau-weißen Bayernmuster - wollte auf die Welt, die Wehen kamen bereits im Abstand von wenigen Minuten. Viel zu tun gab's da für die RTW-Besatzung nicht, das schwierigste war wohl, mit der ungewohnten Situation umzugehen. Keine angehende Mutter möchte ihr Kind in einem Auto bekommen, und die meisten Rettungsassistenten und -sanitäter wollen das auch nicht :-) Unter ständiger Kontrolle der Vitalfunktionen wurde die "werdende Mutter" dann auf ein Rettungstuch gelegt - das Enge Treppenhaus ließ der Besatzung keine andere Möglichkeit - und in den RTW verfrachtet. Um die Notfalldarstellerin nicht in schauspielerische Bedrängnis zu bringen, korrigierte der Mimtruppleiter die gespielten Wehenabstände dann übrigens leicht nach oben - sonst hätte die Geburt vielleicht doch noch im Fahrzeug stattgefunden ...



Erst Verletzte verloren, später Handy

HESSENAUE(ml). Der Einsatz Nr. 09 wird den Aktiven und den Mimen sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben: Zum einen war's mitten in der Nacht, feucht und kalt, und die Treburer SEG Verstärkung fuhr zunächst am richtigen Feldweg vorbei. Zwei Funksprüche mit der Leitstelle und ein Telefonat mit der Mimtruppleiterin später war dann klar, wo der Startpunkt für die Übung sein sollte. Eine Gruppe Feiernder hatte sich im Dunkeln voneinander getrennt und dann verlaufen. Schnell waren die Fahrzeugbesatzungen mit Handlampen ausgerüstet, in Trupps eingeteilt und in den Wald unterwegs. Nur wenige Minuten später war das Lagerfeuer der Gruppe gefunden, ein einsamer Jugendlicher bewachte die Lagerstätte und machte sich Sorgen um den Rest. Kurz darauf kam die Meldung über Funk, daß zwei weitere Verschollene gefunden worden waren. Während man an der ersten Fundstelle daran ging, das Lagerfeuer zu löschen und die Sachen zusammenzupacken, stieß der erfolgreiche Suchtrupp mit den beiden Betroffenen dazu. Da einer der beiden am Fuß verletzt war, zog sich der Rückweg zum Ausgangspunkt länger hin. Immer wieder mußten große Pfützen umgangen werden. Der dritte Trupp hatte mittlerweile die letzten beiden Vermißten gefunden. An einem einsamen Baum mitten auf einer Wiese saßen die beiden jungen Damen. "Wir wollten mal reden!" war die Begründung für den Ausflug. Von da ab gab's kein Halten mehr. Alle HelferInnen fühlten sich spontan in ihre Schul- und Klassenfahrtzeiten zurückversetzt, als endlose Runden um die Herberge gedreht wurden, um immer neue, weltbewegende Dinge wie "Wer geht mit wem?" oder "Warum geht niemand mit mir?" zu diskutieren :-) Unter fröhlichem Gewitzel wurde dann ein Tragetrupp gebildet, denn natürlich war auch in dieser Vermißtengruppe jemand am Bein verletzt und mußte getragen werden.

Daß nach der Aktion alle Fahrzeuge von Schlamm befreit werden mußten und daß Stefan Lauers Handy verloren ging und am nächsten Tag bei einer Gruppe Anglerfreunde ausgelöst werden mußte, sorgte ebenfalls dafür, daß dieser Einsatz noch eine Weile im Gespräch blieb ...



Zeltergruppe von Unwetter überrascht

GROSS-GERAU(ml). Beim letzten Einsatz wurde es noch einmal richtig spannend: Der RTW 99/84 war zum Kreiskrankenhaus Heppenheim unterwegs, der RTW 99/83 kurz darauf zu einem Asthma-Anfall nach Nauheim gerufen worden. Dann ging der Alarm für den Rest des Zuges: Dieser sollte zusammen mit dem RTW aus Mörfelden im Groß-Gerauer Wildpark ein Gruppe Zelter finden und versorgen, die in ein Unwetter geraten waren. Das Wetter paßte zur Übungsannahme: Regen hatte alle Wege aufgeweicht und prasselte unentwegt auf die - zum Glück in ausreichender Anzahl vorhandenen - Regenjacken der Einsatzkräfte. In Rekordzeit wurden deshalb alle Verletzten versorgt und abtransportiert, während man in Gedanken schon wieder in der warmen Unterkunft war ...


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