Zeltstadt aus dem Nichts

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{nomultithumb}Ein Sanitätszug, ein Betreuungszug und die SEG Verstärkung übten die Einrichtung eines Behandlungsplatzes auf dem Kerweplatz in Trebur

 

In einer knappen Stunde entsteht ein Behandlungsplatz für Großschadenslagen

TREBUR(ml). In nur rund 60 Minuten errichteten am Mittwoch abend rund 40 Einsatzkräfte des DRK auf dem Treburer Festplatz eine kleine Zeltstadt.

Im Rahmen der regelmäßigen Ausbildung der Katastrophenschutzeinheiten trafen sich der 1. Sanitätszug (Bischofsheim, Raunheim, Rüsselsheim), der 2. Betreuungszug (Büttelborn, Dornheim, Groß-Gerau) und die SEG Verstärkung (Trebur) des DRK, um die Errichtung eines sogenannten Behandlungsplatzes zu üben. Bereits im letzten Jahr hatte eine solche Übung auf dem Aldi-Parkplatz in Mörfelden stattgefunden. Damit die logistische Herausforderung, die mit einem solchen Unterfangen verbunden ist, ohne Pannen bewältigt werden kann, sind solche Großübungen in regelmäßigen Abständen notwendig.

Bei Großschadensereignissen von 50 oder mehr Verletzten (MANV-D) wird ein solcher Behandlungsplatz, früher im Militärjargon Verbandplatz genannt, als Zwischenstation zwischen den Verletztenablagen und den Krankenhäusern eingerichtet. In solchen Fällen findet an der Verletztenablage - Besuchern unserer Seiten aus zahlreichen Übungs- und Einsatzberichten bestens bekannt - lediglich eine Erstversorgung und Registrierung der Verletzten statt. Diese werden dann zum Behandlungsplatz transportiert, wo durch einen Notarzt die Triage (Einteilung nach Schwere der Verletzungen in die Kategorien 1-4) stattfindet. Je nach Triagestufe werden die Verletzten sodann in die jeweiligen Zelte gebracht, wo sie ihrem Verletzungsgrad entsprechend weiterversorgt werden, bis ein Abtransport in eine Klinik möglich ist.

Im Ernstfall kann ein solcher Behandlungsplatz innerhalb einer Stunde, gerechnet von Alarmierung bis Inbetriebnahme, errichtet werden. Daß bei dieser Übung der reine Aufbau ebenfalls eine Stunde dauerte, lag daran, daß jeder einzelne Schritt in Ruhe besprochen und den anwesenden Pressevertretern erläutert wurde. Im Ernstfall, so sind sich Übungsleiter Sönke Lase und die Zugführer der KatS-Züge einig, geht es um eine ganze Ecke schneller.

Nach dem Aufbau des Behandlungsplatzes erläuterte Sönke Lase den Einsatzkräften noch einmal Sinn und Aufbau des Arrangements, um dann in einer Führung durch die einzelnen Zelte den Ablauf auf Besonderheiten hinzuweisen. Anschließend hatten die DRKler Gelegenheit, sich ein wenig auszuruhen, denn nach Sonnenuntergang sollte noch getestet werden, ob die aufgebauten Scheinwerfer und Zeltbeleuchtungen im Ernstfall genügend Licht hergeben.

Sehr zufrieden waren am Schluß alle Anwesenden mit ihrer Leistung. Zwar wurde eine Einrichtung in dieser Größe bislang noch nicht im Ernstfall benötigt, aber alleine in den letzten Wochen gab es vier Alarmierungen der Stufe MANV-B, wo zumindest Verletztenablagen benötigt werden. Deshalb wird es anstelle der bisherigen "Trockenübungen" in absehbarer Zeit auch eine Vollübung mit einer entsprechenden Anzahl von Verletztendarstellern geben, stellte Sönke Lase in Aussicht.