Foto: M. Andreya / DRK e.V.

Durch den Monsun

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Man soll nicht glauben wie wahr ab und an Liedtitel werden können aber für das diesjährige Zeltlager fiel uns spontan nur ein Lied von Tokio Hotel ein ...

Kreiszeltlager des JRK in Gedern

GEDERN (mg/sg). Wie jedes Jahr veranstaltete der Kreisverband Groß-Gerau sein Zeltlager, welches diesmal unter dem Motto „Rummel im Dschungel“ stehen sollte. Insgesamt schwammen vier tapfere OVs nach Gedern/Vogelsbergkreis zum dortigen Zeltplatz. Die Wetteraussichten versprachen uns nichts Gutes, dennoch hegten wir die Hoffnung auf halbwegs trockenes Wetter!

Am Mittwoch war es dann soweit, das Treburer JRK traf sich gegen halb zwei, um eine halbe Stunde später Richtung Büttelborn als zentralen Treffpunkt aufzubrechen und was sollen wir sagen: es fing an zu regnen!!! Als wir in Büttelborn ankamen, hörte es aber dankenswerterweise auf. Um 15 Uhr hieß es dann, Abfahrt nach Gedern. Als wir ankamen musste es schnell gehen: raus aus den Autos und die Zelte aufgebaut. Unser Küchenzelt stand bereits, da hieß es von Monja: „Hurtig das Zelt von den Kindern aufbauen, da kommt eine schwarze Wolke.“ Diese hatte jedoch Erbarmen mit uns und ließ die ersten Tropfen erst nach dem Aufbau aller Zelte fallen. Danach hatten wir uns erst mal ein deftiges Abendessen verdient. Es gab Brot, Wurst, Käse sowie Tomaten, den wir wollten ja nicht ganz ungesund leben. Ab 21 Uhr saßen wir dann auch schon am Lagerfeuer und genossen das jetzt wieder trockene Wetter (wie lange das wohl gut geht?). Gegen 23 Uhr fing es abermals an zu regnen, wir wollten schon vom Lagerfeuer flüchten aber Christina (OV Büttelborn) widersprach auf´s heftigste: „Seid ihr doof? Wir lassen uns doch die Lagerfeuerstimmung nicht verderben, wozu gibt es einen Regenschirm.“ Zehn Minuten später hörte es auf zu regnen! Letztendlich kamen dann zu späterer Stunde sogar die Sterne am Nachthimmel zum Vorschein.

Am Donnerstagmorgen gab es gegen halb neun Frühstück und einen guten Kaffee von Sascha (der wie immer schon gegen sieben Uhr wach war), und wie sollte es anders sein, es regnete schon wieder. Unseren Kleinen machte das aber gar nichts aus, ein warmes trockenes Zelt, Spiele und der Vormittag war gerettet. Unser Mittagessen bestand aus Spaghetti Bolognese und/oder Käsesoße. Mit etwas Warmen im Bauch konnte unsere Laune gar nicht schlecht sein. Nach der offiziellen Begrüßung am Nachmittag stand eine Fahrt ins Schwimmbad (im „nahe gelegenen“ Lauterbach) auf dem Programm, die aber nach halber Wegstrecke abgebrochen werden musste, da sich auf dem Weg dorthin ein Unfall ereignet hatte (keine Angst, nicht mit einem unserer Fahrzeuge). Somit ging der Tag vorüber und das Lagerfeuer fiel auch ins Wasser (warum wohl?). Um halb eins nachts gingen wir schlafen, außer Jan, der uns am nächsten Morgen erzählte, dass wie schon in der vorigen Nacht ein klarer Sternenhimmel zu sehen war.

Es war Freitag morgen, zum Frühstück blieb der Regen aus. Dies hielt aber nicht lange an aber so langsam hatten wir uns ja schon daran gewöhnt. Nach dem Mittagessen stand abermals die Fahrt ins Hallenbad auf dem Programm. Sascha und die Kinder fuhren nach Lauterbach, Jan, Tobias, Nils und Monja fuhren nach Gedern zum Einkaufen. Mittlerweile sah der Zeltplatz aus wie eine Sumpflandschaft (jedenfalls dort wo keine Zelte standen), die Kinder hatten keine trockenen Socken mehr, geschweige denn trockene Schuhe. Also entschlossen wir uns zum „KIK“ zu fahren, um zusätzlich noch Socken zu kaufen. Letztendlich landeten auch vier Regenschirme im Einkaufswagen, die Apotheke durfte auch nicht fehlen. Da Monja keine trockenen Schuhe mehr hatte, beehrten wir auch ein Schuhgeschäft, um Gummistiefel zu kaufen (Monjas erste Gummistiefel seit ihrer Kindheit). Hier erfuhren wir, dass wir nicht die einzigen waren, die Gummistiefel benötigten und diese schon fast ausverkauft waren. Zur Erhaltung unseres Gute-Laune-Spiegels durften auch Süßigkeiten nicht fehlen. Während des Einkaufs genossen wir jede trockene Stelle und ließen uns deshalb auch gehörig Zeit. Das ganze war fast wie Urlaub, kein Regen in den Geschäften :-). So gegen 20.15 Uhr kamen die Kinder vom Schwimmen zurück. Man merkte, dass die auch ihren Spaß hatten. Im Anschluss haben wir dann erst einmal die trockenen Socken verteilt, worüber sich die Kinder sehr freuten. Wir wollten es kaum glauben, so gegen 21 Uhr hörte es auf zu regnen. Uns war allen klar, das wir jede regenfreie Minute nutzen mussten. Also schnell das Lagerfeuer wieder angefacht.

Am Samstag fand dann der Kochwettbewerb statt, wir belegten hier den 3. Platz! Mittags startete ein TABU-Turnier (das kann man wenigstens im Zelt spielen), da ereichten wir den letzen Platz, aber die Hauptsache war der Spaß, den die Kinder hatten. Ach, da fällt mir ja noch ein, ein schönes Sprichwort sagt: Messer, Gabel , Schere und Licht sind für kleine Christians o. äh Kinder nichts. Bei der Zubereitung eines Obstsalats schnitt sich der Arme in den Finger, welcher erst einmal keine Anstalten machte mit dem Bluten aufzuhören. Nachdem Sascha einen leichten Druckverband angelegt hatte kontrollierte Monja nach zwei Stunden nochmals die Verletzung und entschied vielleicht doch einmal einen Arzt darauf schauen zu lassen. Wir fuhren dann nach Gelnhaar in die Ärztliche Notdienstzentrale. Wir wurden freundlich aufgenommen, die Wunde wurde gesäubert, die Wundränder mit Klammerpflaster fixiert und noch ein neuer Verband angelegt. Christians Befürchtungen, die Wunde müsste genäht werden, erfüllten sich zum Glück nicht. Vielen Dank an Gelnhaar für die freundliche und kompetente Behandlung!

Am Abend fand das KV-Grillen in strömenden Regen statt, der auch bis in die Nacht nicht aufhören wollte. Der Zeltplatz war der reinste Morast, die Gummistiefel von Monja waren letztendlich auch undicht. Hierfür gab es nur noch eine Lösung: Füße (natürlich mit Socken) in abgeschnittene Müllsäcke eingepackt, damit sie trocken blieben.

Am Sonntag morgen hieß es nur noch aufstehen, schnell frühstücken und noch schneller abbauen. Denn was keiner mehr zu glauben gewagt hatte, die Sonne ließ sich blicken (lachte sie uns nun an oder aus, wer weiß). Wenigstens die Zelte konnten so halbwegs trocken abgebaut werden. Um 11.45 Uhr fand die Siegerehrung statt und wir erhielten eine Urkunde für das tapfere Durchhalten. Danach hieß es „Tschüss Gedern“. Zu guter Letzt noch ein großes Kompliment an alle unsere Kids, die entgegen allen Erwartungen nicht nach Hause wollten und sich trotz aller sintflutartigen Regenfälle die Laune nicht verderben ließen (die Bilder dieser "nassen" Veranstaltung folgen in Kürze).