Wer eine Stunde länger schlief ...

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Erst Verletzte verloren, später Handy

HESSENAUE(ml). Der Einsatz Nr. 09 wird den Aktiven und den Mimen sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben: Zum einen war's mitten in der Nacht, feucht und kalt, und die Treburer SEG Verstärkung fuhr zunächst am richtigen Feldweg vorbei. Zwei Funksprüche mit der Leitstelle und ein Telefonat mit der Mimtruppleiterin später war dann klar, wo der Startpunkt für die Übung sein sollte. Eine Gruppe Feiernder hatte sich im Dunkeln voneinander getrennt und dann verlaufen. Schnell waren die Fahrzeugbesatzungen mit Handlampen ausgerüstet, in Trupps eingeteilt und in den Wald unterwegs. Nur wenige Minuten später war das Lagerfeuer der Gruppe gefunden, ein einsamer Jugendlicher bewachte die Lagerstätte und machte sich Sorgen um den Rest. Kurz darauf kam die Meldung über Funk, daß zwei weitere Verschollene gefunden worden waren. Während man an der ersten Fundstelle daran ging, das Lagerfeuer zu löschen und die Sachen zusammenzupacken, stieß der erfolgreiche Suchtrupp mit den beiden Betroffenen dazu. Da einer der beiden am Fuß verletzt war, zog sich der Rückweg zum Ausgangspunkt länger hin. Immer wieder mußten große Pfützen umgangen werden. Der dritte Trupp hatte mittlerweile die letzten beiden Vermißten gefunden. An einem einsamen Baum mitten auf einer Wiese saßen die beiden jungen Damen. "Wir wollten mal reden!" war die Begründung für den Ausflug. Von da ab gab's kein Halten mehr. Alle HelferInnen fühlten sich spontan in ihre Schul- und Klassenfahrtzeiten zurückversetzt, als endlose Runden um die Herberge gedreht wurden, um immer neue, weltbewegende Dinge wie "Wer geht mit wem?" oder "Warum geht niemand mit mir?" zu diskutieren :-) Unter fröhlichem Gewitzel wurde dann ein Tragetrupp gebildet, denn natürlich war auch in dieser Vermißtengruppe jemand am Bein verletzt und mußte getragen werden.

Daß nach der Aktion alle Fahrzeuge von Schlamm befreit werden mußten und daß Stefan Lauers Handy verloren ging und am nächsten Tag bei einer Gruppe Anglerfreunde ausgelöst werden mußte, sorgte ebenfalls dafür, daß dieser Einsatz noch eine Weile im Gespräch blieb ...